Schmale Fahrradstreifen gefährlich für Radfahrer

London, 14. September 2009 – Eine Untersuchung der Leeds University fand heraus, dass Fahrbahnmarkierungen wie eine Grenze wirken, auf die sich Autofahrer häufig zu sehr verlassen. Besonders bei schmalen Radfahrstreifen ist die Gefahr für Fahrradfahrer groß, von vorbeifahrenden Autos durch zu geringen Seitenabstand in einen Unfall verwickelt zu werden.

Für die Studie installierten die Forscherteams Kameras auf einem Fahrrad und befuhren britische Straßen mit und ohne Fahrradstreifen. Der Unterschied bei den Seitenabständen, die vorbeifahrende Autos wählten, machte bis zu 18 Zentimeter aus. Die durchgezogene weiße Linie, die den Fahrradstreifen markiert, suggeriere einen Mauereffekt, so die Wissenschaftler. Autofahrer verließen sich auf deren isolierende Wirkung und vertrauten darauf, dass Radfahrer auf ihrem Teil der Fahrbahn ausreichend Platz hätten. Besonders auf schmalen Streifen sei die Unfallgefahr hoch: Mit Schlenkern oder Ausweichmanövern vor Schlaglöchern rechneten die wenigsten Autofahrer.

Andere Beobachtungen machten die Wissenschaftler auf Straßen, die es den Autofahrern beim Überholen selbst überließen, den seitlichen Abstand zu Radfahrern zu wählen. Auch sank die Überholgeschwindigkeit auf diesen Straßen deutlich.

Die Empfehlung der Studie lautet daher, dass Fahrradstreifen nur dann sinnvoll sein können, wenn sie ausreichend breit und in einem gepflegten Zustand sind. Auf Straßen mit einem Tempolimit bis 32 km/h könnten Fahrrad- und Autoverkehr auch gemeinsam geführt werden.

Quelle: The Independent

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